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* Dipl.-Ing. Dr. Hellmut Longin

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Vorstandsmitglied
Industriellenvereinigung
1031 Wien, Schwarzenbergplatz 4
Hütteningenieur
Assoziierte Institutionen, Vereine, Sonstiges
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Profil

Zur Person

Dipl.-Ing. Dr.
Hellmut
Longin
30.10.1934
Graz
Henriette (1971) und Bernhard (1973)
Verheiratet mit Brigitte
Segelfliegen und Fliegenfischen
- Vorstandsmitglied und Präsident des Aktienforums
- Mitglied in mehreren Aufsichtsräten

Service

Hellmut Longin
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Longin

Zur Karriere

Zur Karriere von Hellmut Longin

Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Nach Abschluß meines Studiums an der Montanuniversität Leoben arbeitete ich vier Jahre als Stahlkocher in einem Hüttenwerk, wo ich sowohl Stahl zu produzieren als auch diesen abzugießen lernte. Dieses praktische Wissen führte mich in die Feuerfestindustrie, wo ich in sieben Jahren Praxis meine Kenntnisse mehrte. Mein Wechsel ins Management und die Tätigkeit als Reiseingenieur führten mich nach Griechenland, um einen Bergbaubetrieb zu leiten. Meine Lernfähigkeit erleichterte es mir, die Hindernisse, die durch die fremde Bergbaubranche und die mir fremde Sprache entstanden, zu überwinden. Nach Griechenland und eineinhalb Jahren in Israel, wo ich die Inbetriebnahme eines Werkes mitgestaltete, beorderte mich das amerikanische Management zurück nach Europa, um mir die Position des Europäischen Direktors anzubieten. Von 1974 bis 1995 übte ich diese Tätigkeit aus. Im Jahre 1985 versuchte ich mich an der Durchführung des ersten österreichischen Management Buy-Outs, das jedoch an der Kleinkariertheit einer österreichischen Bank fast zu scheitern drohte, bevor es 1987 schließlich doch glückte. Das Schönste an meinen Tätigkeiten war für mich immer die Möglichkeit, mit Menschen zu kommunizieren. Der freie Gedankenaustausch an den Universitäten ist jedesmal eine Erweiterung meiner eigenen Gedankenwelt. Meine Vorlesungen an der Montanuniversität Leoben im Bereich Unternehmensmanagement (Was ist die Börse? Wie komme ich an die Börse? Wie führe ich erfolgreich ein Unternehmen?) zeigen mir die Entwicklung der Universitäten, vor allem die Weiterentwicklung der studentischen Kommunikationsformen in bezug auf die Respektspersönlichkeit eines Lehrenden. Die Mitsprache an der Universität ist jetzt viel freier, offener und gleichberechtigter. Im Juni 1995 wechselte ich vom Vorstand in den Aufsichtsrat der Radex-Heraklith Industriebeteiligungs AG, aus dem ich 1997 zwar ausschied, jedoch zu dessen Ehrenvorsitzenden gewählt wurde. Bereits 1996 wurde ich zum Vizepräsidenten der Industriellenvereinigung gewählt und hatte diese Position bis in das Jahr 2000 inne.

Zum Erfolg

Zum Erfolg von Hellmut Longin

Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich glaube, daß Erfolg nicht so einfach zu definieren ist. Der Begriff Erfolg hat verschiedenste Facetten - zunächst die Zufriedenheit mit sich selbst, der Einklang mit der Gesellschaft und dem eigenen Bekanntenkreis und schließlich auch die Harmonie in der Familie. Ich bin überzeugt, daß im Gesamten gesehen die Kombination zweier Erfolgsarten den eigentlichen Erfolg bedeutet, nämlich die des persönlichen Erfolges und die des äußeren Erfolges. Unter persönlichem Erfolg verstehe ich die eigene Wertung, das eigene innere Erfolgsempfinden, das durch die Sicht des Lebens, der Menschen und der eigenen Person geprägt ist. Dies ist die wichtigste Basis, um als Unternehmer erfolgreich zu sein. Unter äußerem Erfolg verstehe ich den Status des Erfolgreichen, der durch Fremdeinschätzung entsteht.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich habe meine Ziele im großen und ganzen alle erreicht und bin mit meinem Leben sehr zufrieden.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Um erfolgreich zu sein, muß man sich immer wieder motivieren und alles Notwendige tun, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Große Ziele verlangen Etappenziele, und es ist erste Priorität, sich diese vorzunehmen und auch zu erreichen. Dazu gehören auch der Verzicht auf liebgewonnene Interessensgebiete und der Wille zu bewußten Entscheidungen. Ich mußte von jeher immer Entscheidungen zwischen Hobbies, wie dem Segelfliegen, und z.B. dem Lernen für das Studium treffen und habe diese auch bewußt getroffen. Aus der Faszination entwickelt sich auch die Intuition, mit der man seine Ziele leichter erreichen kann. Innere Unzufriedenheit hilft, den Wunsch zu verspüren, die derzeitige Realität zu verbessern. Erfolgreiche Menschen haben Visionen. Visionen sind erstrebenswerte Ziele, deren Erreichen man sich wünscht, auch wenn es schwierig bis unmöglich erscheint.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich versuche, sie mit folgenden Fragen zu analysieren: War es vermeidbar? War es mein Fehler? Um aus den Antworten lernen zu können und in Zukunft ähnliche Fehler zu vermeiden, müssen natürlich sowohl die Fragen als auch die Antworten mit Ehrlichkeit und Objektivität gestellt und gegeben werden. Eigentlich wollte ich Raketentechniker werden; ich studierte und studierte, um alles darüber zu wissen. Ich stand mit 17 Jahren vor der Amerikanischen Botschaft und versuchte alles, um ein Visum zu erhalten - es war nicht möglich. Also traf ich die Entscheidung, es über das Studium der Metallurgie zu versuchen, um mich durch Kenntnisse spezieller Legierungen weiterzubringen, sodaß ich es eines Tages schaffen würde, im Bereich der Weltraumtechnik tätig zu sein.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Die Zusammenführung zweier Weltkonzerne, nämlich der Veitscher Magnesit AG und der Österreichisch-Amerikanischen Magnesit AG, war eine erfolgreiche Entscheidung. Geschafft habe ich es durch die Hilfe sehr motivierter Mitarbeiter, die an die Sache glaubten, die es schafften, damals 60 Millionen ATS aus eigenen Ersparnissen aufzubringen, und die bereit waren, dieses Geld in das Unternehmen zu investieren. Dieses erste österreichische Management Buy-Out, mein Glaube, Glück und intensivster Arbeitseinsatz ermöglichten es, den Umsatz von vier Milliarden auf 30 Milliarden ATS zu erhöhen. Ich bin sehr stolz, daß wir es sowohl quantitativ, in bezug auf den Umsatz, als auch qualitativ, in bezug auf die Qualität unserer Produkte, schafften, uns ständig zu verbessern.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ja, ich hatte das Vergnügen, ein sogenanntes Universalgenie kennenzulernen. Mein damaliger Professor in Metallkunde, Herr Universitätsprofessor Roland Mitsche, war für alle Dinge des Lebens offen und hinterfragte sie. Als ich ihn bei einem Klavierkonzert traf, behandelte unser Gespräch die Methode zur Berechnung der Spannung auf den Rahmen der Klaviersaiten. Er förderte die Kombinationsgabe seiner Studenten, indem er bei Prüfungen praxisorientierte Fragen stellte. Bei einer Prüfung stellte er einmal folgende Frage: Sie sind ja Schifahrer, also erklären Sie mir, wie Sie die Sicherheit eines Schiliftes feststellen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich hatte nie eine Kriterienliste, sondern stelle Mitarbeiter aufgrund meines Gefühles ein. Gute Mitarbeiter sind Menschen mit einer positiven Lebenseinstellung. Die positiven Eigenschaften Flexibilität, Bereitschaft und Offenheit gegenüber neuen Aufgaben erkennt man nicht aus vorgelegten Zeugnissen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Indem ich ihnen große Freiheiten zugestand und sie auch in die Entscheidungsprozesse miteinbezog. Es erfolgten immer offene Diskussionen mit den Mitarbeitern, und ich war überzeugt, daß sie dies sehr positiv aufnahmen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Wenn man wie ich früher 240 Tage im Jahr von Indien nach Japan und von Australien zum Polarkreis reist, kann man so eine Frage nicht beantworten. Es weiß nur meine Frau, wie man es schafft, eine Familie vereint zu halten. Ich bin seit 48 Jahren verheiratet, habe zwei sehr liebe Kinder und mittlerweile auch Enkelkinder, die ihren Weg auch erfolgreich gehen.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Möglicherweise hat die heutige Generation zu hohe Ansprüche. Ich kann nur allen empfehlen, sich selbst zu prüfen und seinen tatsächlichen Stand im Leben klar zu erkennen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte gerne einmal mit einem Düsenjäger für ein paar Stunden fliegen. Das Steuer in der Luft zu übernehmen und 1.000 Kilopond Schub zu spüren, das wäre wirklich einmal ein Erlebnis der besonderen Art. Für mich zählt sowohl der puristische Genuß, zum Beispiel wie ein Adler in einem Segler zu fliegen, als auch das Erlebnis purer Technik. Das ist für mich Leben, es muß entweder Fleisch oder Fisch sein.
Ihr Lebensmotto?
Verlange nichts von anderen, das du nicht selbst zu tun bereit bist.

Ehrungen

- Bergrat (verliehen durch den Wirtschaftsminister)
- Senator h.c. (1988)
- Goldene Erzherzog-Johann-Medaille (2005)

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