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 MA Dr. von Elisabeth Geymüller
Beruf: Rechtsanwältin, Mediatorin. Funktion: Inhaberin. Tätig bei: Rechtsanwaltskanzlei Dr. Elisabeth Geymüller., 3506 Krems-Hollenburg, Obere Hauptstraße 14, Schloß Hollenburg. Geboren - Datum, Ort: 11. September 1948, Bad Gastein. Familienstand: Verheiratet mit Dipl.-Ing. Rudolf. Kinder: Philipp (1979), Maximilian (1980) und Sophie (1987). Eltern: Dr. Heinrich und Gertrud Thaler. Besondere Vorfahren: Urururgroßmutter Gräfin Stampfer, schrieb 1649 das Hausbuch der Stampferin, das erste Buch über Heilkräuter. Schöpferische Akte: Kunstwerk-Datenbankwerk (Masterthese). Mitgliedschaften: Kunst- und Kulturverein Schloß Hollenburg. Hobbies: Kunst, Dekoration, Kochen, Gastfreundschaft. Sonstige geschäftliche Tätigkeiten: Disziplinarrat der Universität für Angewandte Kunst.

MA Dr. von Elisabeth Geymüller

Interview von MA Dr. von Elisabeth Geymüller

Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Nach der Matura in St. Johann im Pongau absolvierte ich das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Während dieser Zeit unternahm ich mit dem Rotary Club viele Reisen. Bereits nach viereinhalb Jahren erlangte ich das Doktorat. Nachdem ich das Gerichtsjahr absolviert und die Anwaltsprüfung abgelegt hatte, spezialisierte ich mich nach und nach als Wirtschaftsanwältin. Ich war Partnerin von Dr. Hoskovec, dessen Kanzlei viele namhafte Firmen vertrat. 1978 heiratete ich; und mit meinem Mann, der aus einem Schweizer Adelsgeschlecht stammt, übersiedelte ich nach Hollenburg, ein Ortsteil von Krems an der Donau. Ich errichtete hier meine Kanzlei, paßte mich den Gegebenheiten und Erfordernissen an und spezialisierte mich auf Erbrecht, Familienrecht, Eherecht, Liegenschaftsrecht, Bankenrecht, Strafrecht und Mediation. Mein Mann und ich sammeln Kunst - 1983 erschien in unserem Weingut das erste Künstleretikett Österreichs, auch stellen wir seit 1990 unser Schloß für Ausstellungen zur Verfügung, wobei ein Großteil der ehemals bestehenden Sammlung dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer fiel. Hier versuche ich, die Restitutionsmöglichkeiten in Tschechien auszuschöpfen. Zudem verwalte ich mit meinem Mann ein großes Anwesen, die Domäne Baron Geymüller, das Weinbau, Forst-, Jagd- und Fischereibetrieb beinhaltet. Von 2002 bis 2005 absolvierte ich an der Donau-Universität Krems das postgraduale Studium Ikonographische Analyse und digitale Bilddokumentation, das ich als Master of Arts abschloß.
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, Gutes zu tun - auch mir selbst.

Sehen Sie sich als erfolgreich?
In meinem Rahmen sehe ich mich als erfolgreich. Ich setze mich nicht in direkten Vergleich zu anderen, weil mein Erfolg ein innerer ist.

Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich halte es für wichtig, sich in seine Mitmenschen hineinzuversetzen, um zu erkennen, ob sie glücklich sind, da es notwendig ist, persönlich zum Glück seiner Umwelt beizutragen. Sichtbar wird dies in unseren wunderbaren Freundschaften und bei unseren Mitarbeitern. Die hierfür erforderliche Fähigkeit des Zuhörens habe ich während meiner Ausbildung gelernt. Hilfreich sind auch lebenslanges Lernen und das anhaltende Streben nach Mehr und Höherem.

Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich bin mutig, tapfer und ehrlich und stelle mich den Problemen. Ich überlege kurz, verfasse sofort einen Schriftsatz und gehe direkt auf die Dinge zu. Taktisches Vorgehen liegt mir nicht, weil ich es als Zeitverlust ansehe. Meine Vorgehensweise ist fast immer von Erfolg gekrönt.

Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Geprägt haben mich alle meine Lehrer, z.B. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Welser und im speziellen Dr. Hoskovec, bei dem ich in eine harte, doch lehrreiche Schule ging. Er vermittelte mir Zielstrebigkeit, Arbeitswillen und Durchsetzungsvermögen - Eigenschaften, die ich auch meinen Kindern weitergegeben habe, die große Karrieren vor sich haben. Zudem war ich lange Jahre Obfrau des Elternvereins bei den Englischen Fräulein und den Piaristen und habe meinen Kindern eingebleut, sich niemals eine Ungerechtigkeit gefallen zu lassen.

Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Ein Thema wären hier die vereinzelten schwarzen Schafe, die etwa Gelder veruntreuen und damit das Mißtrauen der Bevölkerung schüren. Doch schwarze Schafe gibt es wohl in jeder Branche, das ist kein Merkmal unseres Berufsstandes.

Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ich habe eine Angestellte, die inzwischen fast eine Freundin geworden ist. Sie ist für den Erfolg meiner Kanzlei von großer Bedeutung, auch weil sie den gewohnten und angestrebten raschen Fluß der Dinge vorantreibt.

Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich lege großen Wert auf Sympathie.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere durch Vorbildwirkung.

Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
All die Jahre habe ich meinen Beruf über das Private gestellt - natürlich mit Maß und Ziel. Jeder Bereich bekam immer den entsprechenden oder momentanen Stellenwert. Meinen Kindern war ich auch ein Vorbild, da ich stets berufstätig war.

Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Das Angebot ist in allen Bereichen sehr groß, und ich versuche, stets auf dem neuesten Stand zu sein. Ich stehe mit Professoren und Studienkollegen in Kontakt, um mich mit ihnen bei berufsspezifischen Problemen zu beraten und auch meinen Wissensstand aufzufrischen.

Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Meines Erachtens ist es von großer Bedeutung, positiv an die Dinge heranzugehen, seinen Mitmenschen genau zuzuhören, das Problem herauszufiltern und ehrlich mit sich und seiner Umwelt zu sein. Dazu gehört auch, sich selbst einzugestehen, etwas nicht bewältigen zu können. Des weiteren rate ich, fleißig, fit und agil zu bleiben.

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Das Schloß und die darin befindliche Kunst sollen für weitere Generationen als Stätte der Begegnung erhalten bleiben. Der erste Schritt dahingehend wurde mit der Einrichtung einer Stiftung erreicht. Wir sind seit 25 Jahren mit der Restauration beschäftigt, um den Besitz intakt weitergeben zu können.



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