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Beruf: Musiker. Funktion: Inhaber. Tätig bei: Dancing Bar Franco´s Club., 9220 Velden, Villacherstr. 37. Geboren - Datum, Ort: 7. Juli 1938, Este/Padua (Italien). Familienstand: Verheiratet mit Marianne. Kinder: Franco jun. (1968) und Paolo (1971). Ehrungen: Goldener Ehrenring von Velden, Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Kärnten, 1994 Der Goldene Rathausmann (vom damaligen Bürgermeister Dr. Zilk) für die Lieder über Wien, 1996 wurde ich Cavalliere della Republica Italiana. Hobbies: Kaffeehausbesuche, Fernsehen und Angeln.

Franco Andolfo

Interview von Franco Andolfo

Was war für Ihren Werdegang ausschlaggebend?
Musik interessierte mich immer, mit Akkordeon fing ich an und mit 12 Jahren komponierte ich mein erstes Stück. Mit 15 begann ich eine professionelle Karriere und mit 16 ging ich nach Sizilien. Außer Akkordeon spielte ich Gitarre und Klavier. 1959 erschien meine erste Schallplatte mit eigenen Kompositionen. Als ich durch Erkrankung meiner rechten Hand nicht mehr Klavier spielen konnte, versuchte ich es mit Gesang.

Wann kamen Sie zum ersten Mal nach Österreich?
1957 kam ich nach Graz und bin von dort mit einer Gruppe nach Deutschland gegangen, wo ich große Erfolge erzielte. Danach war ich 3 Jahre im Libanon, später in der Schweiz, in Holland, usw. Ich bin schon 46 Jahre in der Welt unterwegs. 1966 kam ich in die Eden-Bar, wo ich bis heute ein Monat im Jahr singe. Ab 1967 sang ich jeden Sommer in Velden, seit 1989 gibt es neben dem Casino mein eigenes Lokal. Ein wichtiger Teil meines Lebens ist die Filmmusik geworden. Der größte Erfolg wurde die Musik zur Serie Ein Schloß am Wörthersee, die mich wieder dem breiteren Publikum näher brachte, wie seinerzeit mein Lied Ciao, amici, ciao. Zu Weihnachten erscheint meine neue Platte, wo ich Lieder in fünf Sprachen singe. Außerdem trat ich in Las Vegas und New York auf und gab das erste Konzert in der Höhe von 12.000 Meter.

Wie war das möglich?
Es war in einem Airbus der AUA, der nach New York flog.
Was bedeutet für Sie Erfolg?
Selbstbestätigung. Erfolg wird von der inneren Stimme geleitet und kann auf einem Mißerfolg aufgebaut werden. Man hat Träume, an die man glaubt - dann verwirklicht man diese Träume. Das ist oft ein schwieriger Weg. Ich gehe diesen Weg langsam. Wenn etwas nicht sofort passiert, muß man trotzdem dabei bleiben und mit großer Disziplin konsequent weitergehen.

Brauchen Sie Applaus des Publikums auch jetzt noch?
Applaus ist für mich Bestätigung dafür, daß ich den Menschen Freude bereite, was sich in mir wiederum in Freude niederschlägt. Es spielt keine Rolle, ob ich für ein paar Leute oder für ein großes Auditorium singe, ich gebe immer das Beste und je schwieriger das Publikum ist, desto mehr reizt es mich, es für mich zu gewinnen.

Was ist für Sie die größte Anerkennung?
Wenn ich spüre, daß meine Botschaft ankommt, wenn ein Lied von mir lange lebt, ohne dafür viel Werbung gemacht zu haben. Meine schönsten Lieder sind leider nicht so bekannt, weil sie für unsere schnellebige Zeit vielleicht zu langsam und zu delikat sind. Umsomehr freue ich mich, wenn sie von Menschen angenommen werden.

Welche Rolle spielt die Familie in Ihrem Leben?
Ich bin mit meiner Frau seit mehr als dreißig Jahren verheiratet. Das ist der beste Beweis dafür, daß die Institution Familie für mich von Bedeutung ist. Meine Frau ist immer an meiner Seite und trägt zu meinem Erfolg viel bei. Sie ist mein anspruchsvollster und ehrlichster Kritiker.

Woher schöpfen Sie Ihre Kraft?
Aus der Musik, aus meinem Glück und aus einer positiven Lebenseinstellung. Ich war in meinem ganzen Leben nur zwei Mal krank, da ich nicht einmal daran denke.

Was können Sie jungen Künstlern raten?
Das, was man macht, ernst zu nehmen, Respekt vor der Musik und vor dem Publikum zu haben. Nicht immer nach neuen Liedern zu streben, sondern zu versuchen, bei jedem Auftritt den Sinn des Textes und der Musik wiederzugeben und dabei an die Gefühle des Publikums zu denken. Man soll selbst an die Musik glauben, sonst lohnt es sich nicht, damit anzufangen. Für mich bedeutet die Musik alles und wenn ich noch einmal auf die Welt kommen sollte, würde ich das Gleiche wieder tun, vielleicht noch intensiver.

Ihre Devise?
An das zu denken, was man morgen macht und das Gestrige für die Geschichte archivieren.



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