Algomedia Presseservice
 Ing. Susanne Pichler
Beruf: Landwirtschaftliche Fachlehrerin. Funktion: Direktorin. Tätig bei: Landwirtschaftliche Fachschule., 2352 Gumpoldskirchen, Kajetan-Schellmann-Gasse 27. Geboren - Datum, Ort: 13. Juli 1967, Baden. Kinder: Stefan (1991) und Markus (2002). Eltern: Waltraud und Johann. Schöpferische Akte: Egon Federanko: Erlebnis Wein (Mitautorin), Eigenverlag. Mitgliedschaften: Europäische Weinritterschaft. Hobbies: Schwimmen, Wandern. Sonstige geschäftliche Tätigkeiten: Nebenerwerbs-Weinbaubetrieb in Lindabrunn.
ähnliche Profile
Dimmy Manfred Dr.
Dimmy Manfred Dr.
Bittner Alexander Mag.
Bittner Alexander Mag.
Liese Hartmut Dipl.-Ing.
Liese Hartmut Dipl.-Ing.

Ing. Susanne Pichler

Interview von Ing. Susanne Pichler

Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Nach Abschluß der Pflichtschule begann ich 1981 eine Ausbildung an der HLA Klosterneuburg, einer HTL-ähnlichen Schule für Wein- und Obstbau, die ich 1986 mit der Matura abschloß. Anschließend besuchte ich die Schule zur pädagogischen Ausbildung als landwirtschaftliche Fachlehrerin in Wien, Ober St. Veit. 1987 erhielt ich meine erste Anstellung als Fachlehrerin in Gumpoldskirchen. Nach zwei Jahren legte ich 1981 die Prüfung zur Fachlehrerin ab und erhielt das Diplom zum landwirtschaftlichen Fachlehrer. In dieser Eigenschaft blieb ich weiter an der Landwirtschaftlichen Fachschule in Gumpoldskirchen. 2000 wurde ich an dieser Schule zur Schulleiterin bestellt. Hier bin ich für 21 Mitarbeiter verantwortlich. Wir sind eine der ältesten Weinbauschulen Niederösterreichs, gegründet im Jahre 1898. Unsere Hauptaufgaben sind die Aus- und Weiterbildung von Winzern. Das Aufgabengebiet hat sich im Laufe der Jahre etwas verändert, heute bilden wir schwerpunktmäßig nicht mehr nur Schüler, sondern vor allem auch Erwachsene aus und weiter. Unsere Kurstätigkeit ist speziell auf die Menschen der Region abgestimmt, auch im Bereich der Gastronomie für den Betrieb von Buschenschanken. Weiters halte ich in unserem Weinberatungslabor auch Sprechtage ab. Die Winzer liefern vormittags ihre Weinproben, wir analysieren und kontrollieren diese Weine auf Alkoholgehalt, etc. Unsere Betreuungstätigkeit erstreckt sich auch auf das Umland, wir referieren auf Weinbauveranstaltungen über einschlägige Themen und halten für das Gebiet Carnuntum jeweils an Montagen im Weinlabor in Bruck an der Leitha Sprechtage ab. Die Ausbildung an der landwirtschaftlichen Fachschule in Gumpoldskirchen dauert vier Jahre. Ab dem nächsten Jahr wird sich eine Änderung ergeben, da beschlossen wurde, nur mehr eine Weinbauschule für Niederösterreich zu betreiben, und zwar jene in Krems. Bereits zum Zeitpunkt meiner Bestellung als Schulleiterin wurde ich mit dem Zusammenschluß der Schulen konfrontiert und mit der Entwicklung eines neuen Schultyps betraut. Sie soll als Besonderheit für Leute angeboten werden, die bereits eine Fachausbildung oder einen anderen Beruf haben. Sie wird auch eine Gastgewerbe-Konzessionsprüfung umfassen. Wir wollen gemeinsam mit dem WIFI dieses Ausbildungspaket anbieten. Im November starten wir auch unseren Erwachsenen-Lehrgang mit der Ausbildung zum Weinbau-Kellerei-Facharbeiter.
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, in der Region vor allem bei den Winzern anerkannt zu sein, die die angebotenen Dienstleistungen auch annehmen.

Sehen Sie sich als erfolgreich?
Seit mehreren Jahren führe ich den Kampf gegen die Schließung der Weinbauschule, 1987 begann meine erfolgreiche Tätigkeit, es kostete mich jedoch unheimlich viel Kraft und Mühe, gegen die negativen Stimmen vorzugehen. Heute habe ich das geschafft.

Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich nehme an, daß es anerkannt und geschätzt wird, daß ich selbst aus einer Winzerfamilie stamme, sehr bekannt bin und keine Arbeit scheue.

Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Die Herausforderungen bewältige ich, indem ich aus der Familie und meinem Freundeskreis Kraft schöpfe, Schritt für Schritt vorwärts gehe und so immer Teilerfolge verzeichnen kann.

Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Am Beginn war es sicherlich schwierig, als Frau in dieser Position anerkannt zu werden. Heute gibt es keine Probleme, im Gegenteil, meine umsorgende und verständnisvolle Betreuung wird geschätzt und anerkannt.

Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich mußte erst meine Vorlieben und besonderen Kenntnisse eruieren, zum Beispiel in der Fachberatung. Als ich vor zehn Jahren mit den Kursen und Abendveranstaltungen begann, empfand ich mich als erfolgreich. Mit der Übernahme der Leitung der Fachschule im Jahr 2000 fühlte ich mich in meinem Erfolg bestätigt. .

In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich betreute die Zierfandler Hauergesellschaft als Geschäftsführerin und baute in der Schule Klassen zu einem Heurigenlokal um, das an Winzer vermietet wird. Diese Öffnung zur Praxisnähe war eine sehr gute Entscheidung.

Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Die Familie Bartmann war mir immer hilfreich zugetan. Herr Ing. Josef Bartmann war an unserer Schule tätig und hat mich speziell im Weinlabor unterwiesen. Seine Frau hat mich vor allem in familiärer Hinsicht unterstützt.

Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Ein Problem sehe ich in vielen Weinbaubetrieben unserer Region, die ihren Weinanbau nicht so hegen und pflegen, wie ich mir das wünsche. Ich strebe danach, daß in unserer Region alle Weine gleich gut beurteilt werden.

Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Man sieht mich als Frau, die weiß, was sie will, und sich nicht scheut, in eine Männerdomäne einzudringen.

Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Mitarbeiter sind sehr wichtig, der Erfolg eines Landesbetriebes steht und fällt mit den Mitarbeitern. Verwaltungstechnisch, organisatorisch und im Verkauf brauche ich absolut gute und verläßliche Mitarbeiter.

Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Wenn möglich, beziehe ich meine Kinder bei Veranstaltungen mit ein. Mein jüngerer Sohn ist jetzt eineinhalb Jahre alt und hat eine gute Tagesmutter.

Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Für die Weiterbildung veranschlage ich derzeit maximal eine Woche jährlich, sie betrifft hauptsächlich pädagogische Fächer, aber auch neue Behandlungsmethoden und Weinbaumittel.

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Ziel wäre, dieses Weinzentrum in Gumpoldskirchen nach Möglichkeit in der Region zu erhalten.

Ihr Lebensmotto?
Nimm jeden Tag als neue Herausforderung !




Kommentar hinterlassen

Alle Interviews