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* KommR. Dipl.-Kfm. Elisabeth Gürtler

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Geschäftsführerin
Sacher Hotels BetriebsgmbH
1010 Wien, Philharmonikerstraße 4
Managerin
Unterbringung, Hotels, Pensionen
500
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Profil

Zur Person

KommR. Dipl.-Kfm.
Elisabeth
Gürtler
07.05.1950
Wien
Fritz und Hilde Mauthner
Alexandra (1975) und Georg (1979)
Dressurreiten, klassische Moderne in der Malerei
- Generaldirektorin der Spanischen Hofreitschule
- Mitglied im Verwaltungsrat von Lindt & Sprüngli
- Mitglied des Generalrates der Osterreichischen Nationalbank
- Aufsichtsrätin der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG

Service

Elisabeth Gürtler
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Gürtler

Zur Karriere

Zur Karriere von Elisabeth Gürtler

Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Meine Karriere habe ich vor allem dem Zufall zu verdanken. Meiner Schwester und mir war klar, daß wir eines Tages das große Handelsunternehmen meines Vaters führen würden. Daher studierten wir beide Rechts- und Handelswissenschaften. Als Thema meiner Diplomarbeit wählte ich Tourismus, wußte jedoch noch nicht, daß ich später in der Hotelbranche arbeiten würde, obwohl mein Vater ein Hotel in Tirol besaß, in dessen Umfeld ich meinen Mann Peter Gürtler kennenlernte. Während meiner Ehe war ich zum Teil im Sacher und zum Teil im Betrieb meines Vaters tätig. Nach zehn Jahren Ehe konzentrierte ich mich nach der Scheidung ganz auf den elterlichen Betrieb. Mein Ex-Mann heiratete noch zwei weitere Male. Nach seinem Tod 1990 wurde ich für die Kinder Vermögensverwalterin, übernahm das Hotel Sacher in Wien und das Hotel Österreichischer Hof. All das war weder geplant, noch beabsichtigt. Ich genoß nicht einmal eine entsprechende Berufsausbildung - es war einfach Zufall.

Zum Erfolg

Zum Erfolg von Elisabeth Gürtler

Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe mich nicht als erfolgreich, denn ich erachte Erfolg nicht als Momentaufnahme, sondern als langfristig evaluierbare Größe. In zehn Jahren wird man vielleicht sehen, ob meine Unternehmenspolitik und die getätigten Investitionen sinnvoll und richtig waren. Diese rechnen sich nicht in fünf Jahren, sondern frühestens in 25. Wenn sie dann Geld gebracht haben, war es ein Erfolg. Kurzfristig kann man das nicht beurteilen. Ich möchte aber die Existenz kurzfristigen Erfolges nicht leugnen. Gute Umsätze sind in meiner Branche ebenso unmittelbarer Erfolg wie positive Gästekommentare. Unternehmerisch gedacht bedeutet Erfolg, gewinnbringend zu arbeiten. Man kann aber Gewinn erreichen und trotzdem langfristig erfolglos sein, wenn man zu kurzfristig plant.

Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Wille, aber auch Fleiß, Ausdauer und Selbstkritik. Wer mit sich selbst zufrieden ist und meint, daß er großartig ist, wird nicht erfolgreich sein. Ich glaube, daß ein gewisses Maß an Komplexen notwendig ist, um erfolgreich zu werden. Wenn man feststellt, daß man etwas nicht kann, wird man alle Kräfte mobilisieren, um es zu schaffen. Selbstzweifel erachte ich als sehr wichtig.

Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich brauche Zeit, um sie zu lösen. Ich glaube, man darf nie etwas spontan entscheiden, sondern muß ein paar Mal darüber schlafen.

Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Tourismus und insbesondere Hotellerie sind Branchen, in denen man als Frau seine weiblichen Eigenschaften sehr gut einsetzen kann und keinerlei Benachteiligung gegenüber Männern ausgesetzt ist. Als begeisterte Hausfrau führe ich mein Haus sehr gern. Als Gastgeberin - hier im großen Stil - ist es mir wichtig, daß alles funktioniert, und die Gäste sich wohlfühlen. Daher glaube ich, daß die Branchen Hotellerie und Gastronomie Frauen sehr entsprechen. Wenn man zusätzlich noch über betriebswirtschaftliches Wissen verfügt, kann man mit weiblichen Eigenschaften im Tourismus, in der Hotellerie und in der Gastronomie erfolgreich sein.

Was ist Ihr Beitrag zur Entwicklung der Sacher-Familie?
Es ist sehr wichtig, den Betrieb mit seinen Grundwerten weiterzuführen. Aufgrund des guten Namens ist es auch nicht so schwer. Man muß allerdings auf die sich ändernden Zeiten achten und die Entwicklungen, die sich am Markt abzeichnen, sehr schnell aufnehmen, verarbeiten und versuchen, diese mit der Tradition des Unternehmens zu vereinen. Sonst wird man zu einem Museum abgestempelt und entspricht nicht mehr dem Zeitgeist. Ich glaube, daß die Mischung aus Tradition und aus dem, was der Mensch heute an Lebensgefühl wünscht, und seiner Individualität, die er hervorkehren möchte, in einem vernünftigen Maß vereint werden müssen.

Wie schaffen Sie dies?
Ich habe ein Gefühl dafür was wichtig ist, was ich erhalten muß, wo ich Konzessionen machen kann und was heute technisch notwendig ist. Man kann z.B. heute nicht mehr dunkle Stoffe für die Zimmer verwenden, weil die Menschen heute lieber helle Stoffe wollen. Ich werde aber deswegen meine alten Kristalluster nicht wegnehmen, denn sie sind ein Zeichen der Tradition.

Sie erfüllen viele Aufgaben, nun sind Sie auch mit der Organisation des Opernballs beschäftigt - wie vereinbaren Sie das?
Das Hotel Sacher ist der Nachbar der Oper, so gesehen bin ich die Nachbarin von Herrn Hollender. Wir kennen uns und er hat mich gefragt, ob ich Lust hätte, den Opernball mit ihm zu organisieren, weil er sich in der Rolle des Ballvaters nicht sehr wohl fühlt. Aufgrund unserer Geschichte weiß ich, daß das Hotel Sacher und der Opernball immer ein Naheverhältnis hatten und dieser Abend für uns immer zu den schönsten des Jahres zählte. In letzter Zeit wird der Opernball von den Medien dazu benutzt, Stories zu präsentieren, was mit dem eigentlichen Gedanken des Opernballs nichts zu tun hat. Am Opernball spürt man keine Stories, er wird nur medial so dargestellt. Das könnte unserem Ball langfristig schaden. Mein Ziel ist es, den Opernball wieder zu dem zu machen, was er ursprünglich war - nicht ein Ball in der Staatsoper, sondern ein Ball der Staatsoper und der Künstler. Laut Regierungsbeschluß im Nationalrat ist es ein Ball der Republik Österreich, das heißt, Politik und Künstler stehen im Mittelpunkt. Diese brauchen immer wieder die Wirtschaft, die zahlen muß. Die Wirtschaft wiederum benötigt auch ein Vehikel, um zu repräsentieren und Werbung zu machen. Daher sollte man den Ball wieder auf die drei Säulen Wirtschaft, Politik und Kunst zurückführen. Ich bin überzeugt, daß der Opernball der schönste Ball der Welt ist.

Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich komme oft knapp vor Mitternacht nach Hause und bin um acht Uhr wieder im Büro. Es belastet mich manchmal, und wenn man nicht ein hohes Maß an Gleichmut besitzt, ist man dauernd in einer gewissen Hektik. Um alle Tätigkeiten unter einen Hut zu bringen, muß man viel tun. Es gibt keine Leerzeit, sondern Zeit muß eingeteilt und gespart werden.

Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft?
Aus meinem Willen, verschiedene Aufgaben zu erfüllen.

Was ist Ihnen neben der Arbeit wichtig?
Meine Kinder. Mir ist wichtig, daß sie glückliche Menschen werden, daß sie im Beruf zufrieden sind, daß sie einen richtigen Lebenspartner finden und daß sie eine realistische Lebenseinstellung besitzen.

Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Vater war ein erfolgreicher, dynamischer, sehr harter und zielbewußter Mann. Schon als Kind war ich durch den Erfolgszwang geprägt. Ich habe gewußt, daß ich von der Schule nur mit guten Noten nach Hause kommen durfte.

Wie gehen Sie mit Niederlagen um?
Diese sollte man verdauen und sie dann als Ansporn betrachten, um besser zu werden. Ein Mißerfolg war sicher meine Scheidung. Aber daraus entwickelt man Kraft und wird stärker.

Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich selbst suche meine Sekretärin, Direktoren und Abteilungsleiter aus, die ein Anforderungsprofil erfüllen müssen. Dann kommt das, was man nicht definieren kann - Sympathie, Antipathie und die Charaktereinschätzung eines Menschen. Für jede Position sind andere Eigenschaften notwendig. Jemand, der Buchhaltung macht, muß nicht den gleichen persönlichen Kriterien entsprechen, wie der, der verkauft.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich habe einen Direktor, einen kaufmännischen Leiter, einen Manager und gebe selbst Impulse, welche Ziele ich erreichen möchte. Ich bin immer präsent und gehe auch ins Detail, aber ich würde nie zum Kellner gehen und sagen, daß etwas paßt oder nicht, sondern das sage ich dem Direktor oder dem Manager. Wichtig ist, die Zeitvorgaben präzise zu formulieren, Prioritäten zu setzen, zu beurteilen, ob der Weg, den wir gehen, richtig oder falsch ist, und zu erkennen, was geändert werden muß. Dort, wo ich glaube, daß es nicht läuft, wie es laufen sollte, schreite ich ein.

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte sehen, daß meine Kinder im Unternehmen erfolgreich arbeiten und die Entwicklungsstrategie des Hotels festlegen.

Ihr Lebensmotto?
Alles hat seine Zeit.

Ehrungen

- 1994 Veuve Cliquot Business Woman of the Year
- 1998: Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
- 2001: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
- 2010: Leading Legends Award
- 2011: Silbernes Komturkreuz des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich

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