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Michael Frank

Michael Frank
Geschäftsführer
Kenwood Manufacturing GmbH
2355 Wiener Neudorf, IZ-NÖ Süd, Straße 2a
Kaufmann
17/08/1958
Wien
Julia (1989)
Verheiratet mit Claudia
Wohnen
Tennis, Schifahren, Beruf

Zur Karriere von Michael Frank


Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Nach Abschluß meiner Schulausbildung wollte ich sehr rasch ins Berufsleben einsteigen, und zwar mit dem Ziel, mich selbständig zu machen. Ich konnte mir nie vorstellen, nur Anweisungen eines Chefs auszuführen und keine eigenen Entscheidungen treffen zu können. Daher informierte ich mich bei der Nachfolgerbörse der Handelskammer über Unternehmen, die zum Verkauf standen, und stieß auf die Knopffabrik Edelweiß, die mir als erfolgversprechend schien, weil es damals nur vier Fabriken in Österreich gab, welche die zu dieser Zeit noch existente Bekleidungsindustrie des Landes belieferten. Dort arbeitete ich zunächst ein Jahr lang in allen Abteilungen - von Produktion und Lager über den Außendienst bis hin zur Buchhaltung -, um alle Facetten der Firma kennenzulernen. 1979 übernahm ich die Fabrik, indem ich dem Vorbesitzer 15 Jahre lang eine Leibrente bezahlte. So verdiente ich mir die ersten Sporen als Unternehmer, auch wenn es nicht einfach war - ich war noch sehr jung und immerhin für 70 Mitarbeiter verantwortlich. Nach einigen Jahren setzte der Trend ein, daß die Bekleidungsfirmen ihre Produktionen ins Ausland verlagerten und auch die Knöpfe vor Ort kauften. So wurde die wirtschaftliche Situation immer schwieriger, und ich beschloß 1983, Edelweiß stückchenweise zu verkaufen. Eine Firma im damaligen Jugoslawien kaufte die Maschinenstraßen, ich behielt nur einen Teil für die Produktion spezieller Zwirnknöpfe für Trachtenmode, die ich im Waldviertel mit Heimarbeitern herstellen ließ. Das wurde mir aber auf Dauer zu mühsam, und durch Zufall fand ich dann einen Käufer, der mir den verbliebenen Rest der Firma abkaufte. Ich wollte aber durch meine Kontakte in die Textilbranche weiterhin auf diesem Sektor tätig bleiben und besuchte zahlreiche Fachmessen und Modeschauen, bis ich schließlich auf den damals auftauchenden Trend der Schulterpolster stieß. So gründete ich 1984 die Firma Anderlik & Frank OHG, die Generalvertretungen für Bekleidungszubehör - Schulterpolster, Nähgarne, Stoffe und anderes - inne hatte. Das Geschäft lief höchst erfolgreich, speziell der Schulterpolster-Boom bescherte uns als größtem Anbieter enorme Umsätze. Dementsprechend wuchs die Firma, wir nahmen je nach Modeströmung auch regelmäßig neue Accessoires ins Programm auf. Da aber Österreich als Produktionsland für die Textilindustrie zu teuer war und immer mehr Firmen abwanderten, wurde auch für uns die Situation von Jahr zu Jahr schwieriger, weil wir unsere Ware in die Herstellungsländer verschicken mußten und die Spannen immer geringer wurden. Als ich längerfristig keine Zukunft mehr im Textilbereich sah, verkaufte ich die Firma und landete 1995 durch Zufall über meinen Bruder, der gerade eine Import-Export-Firma für Elektrogeräte gegründet hatte, in der Elektrobranche. Ich arbeitete sieben Jahre als Konsulent für diese Firma namens Delta, wir hatten einige namhafte Generalvertretungen - darunter auch DeLonghi - im Programm und waren recht erfolgreich unterwegs. Trotzdem war es immer eine gefährliche Gratwanderung, weil wir die Ware meist in China einkauften und vorfinanzieren mußten. Ehe wir unser Geld von den österreichischen Händlern bekamen, verging oft ein halbes Jahr. Dann verkündete Herr De Longhi bei einem internationalen Händler- und Importeurmeeting, daß sein Unternehmen die Küchenmaschinenfirma Kenwood gekauft hatte. Ich wußte, daß Kenwood seit 40 Jahren eine Niederlassung in Österreich betrieb und sehr stark am Markt war. Gleichzeitig sah ich unsere Felle als DeLonghi-Importeur davonschwimmen, weil dieser Bereich künftig von DeLonghi mit übernommen werden würde. Also beschlossen wir, den Spieß umzudrehen: Ich flog in die Firmenzentral nach Italien und unterbreitete den Vorschlag, die Marke DeLonghi im Rahmen der bestehenden Kenwood-Organisation in Österreich groß aufzubauen. So begann ich im April 2002 als Sales Director der DeLonghi Division Austria, was aber de facto nur eine kleine interne Einheit von Kenwood war. Zu dieser Zeit begann der Nestlé-Konzern sein Nespresso-System erfolgreich am Markt zu etablieren, und eines Tages bot Nespresso DeLonghi einen Lizenzvertrag zur Herstellung der entsprechenden Espresso-Maschinen für Italien und Spanien an. Hier witterte ich auch für Österreich ein zukunftsträchtiges Geschäft, allerdings hatte Nespresso einen Vertrag mit Saeco. Trotzdem setzte ich alle Hebel in Bewegung, erhielt aber bei vielen Verhandlungen das deutliche Signal, daß ich mit meinen drei Mitarbeitern im Vergleich zu Saeco mehrere Nummern zu klein war. Schließlich sagte ich zu Herrn De Longhi, er solle den Nespresso-Vertrag für Italien und Spanien nur akzeptieren, wenn wir auch Österreich dazu bekämen. Er machte dieses Pokerspiel mit, und wir bekamen im Herbst 2005 den Vertrag - bereits das folgende Weihnachtsgeschäft war ein Riesenerfolg. Dadurch gestärkt war es in weiterer Folge leicht, auch die neuen DeLonghi Espresso-Vollautomaten für ganze Bohnen am Markt zu etablieren. Seither läuft das Geschäft mit DeLonghi in Österreich großartig. Im September 2007 wurde dann unseres spezielles Firmenkonstrukt mit Kenwood und dem Trabanten DeLonghi nach dem Vorbild der anderen Niederlassungen angepaßt und zu einer Einheit zusammengefaßt. Aufgrund meiner Aufbauarbeit und meiner guten Kontakte zur Eigentümerfamilie wurde ich mit der Geschäftsführung der Kenwood Manufacturing GmbH betraut. Bereits in den ersten Monaten meiner Tätigkeit gelang es mir, das Image von Kenwood zu entstauben und eine Trendwende einzuleiten.

Zum Erfolg von Michael Frank


Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Für mich hat Erfolg schon seit langer Zeit nichts mehr mit Geld zu tun. Heute sehe ich es als Erfolg, ein Team zu haben, das gerne hier arbeitet und voll motiviert am Erreichen unserer Ziele mitwirkt. Es ist ein tolles Erfolgsgefühl, diesen Teamgeist zu spüren. Wir sind zwar knapp 30 Leute, dennoch ist das Arbeitsverhältnis sehr familiär.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, im Sinne meiner Definition sehe ich mich derzeit als sehr erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Erfolg ist eine Kombination aus Fleiß, Ausdauer und dem Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Wenn diese drei Parameter passen, steht dem Erfolg nichts mehr im Wege. Ein ganz persönlicher Faktor, der sich zeit meines Lebens als hilfreich erwiesen hat, ist meine Euphorie. Ich entwickle bei jeder Aufgabe eine Vision, die ich umsetzen will, und wenn sie noch so unerreichbar scheint. Man wird zwar manchmal als Spinner abgetan, aber ohne ein bißchen Größenwahn kommt man nicht voran. Ich glaube an das, was ich tue, und kann meinen Enthusiasmus auf die Mitarbeiter übertragen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Vater lebte mir schon als Kind vor, wie man Ziele erreicht, und brachte mir die Grundregeln des Kaufmannsberufs bei.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Jeder Mitarbeiter ist ein Baustein des Ganzen, wir können nur gemeinsam erfolgreich sein. Eine der wichtigsten Aufgaben eines Unternehmers ist es, gute Mitarbeiter zu finden.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich vertraue bei solchen Entscheidungen auf mein Bauchgefühl - und das hat mich bisher nur sehr selten im Stich gelassen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich pflege keinen klassischen, hierarchischen Führungsstil, sondern bin sehr amikal. Wir werden ja zum Beispiel häufig zu diversen Veranstaltungen eingeladen, und da nehme ich immer wieder Mitarbeiter mit. Ich spiele also nicht den Big Boss, sondern trete mit meinen Leuten gemeinsam als DeLonghi-Familie auf. Das freut die Mitarbeiter, und sie sind stolz auf das, was sie tun.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das ist der einzige Nachteil des schönen beruflichen Erfolges - es bleibt zu wenig Zeit für das Privatleben. Daher auch ein großes Dankeschön an meine Frau, die meinen Einsatz immer toleriert und akzeptiert hat.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Wer mehrere Fremdsprachen beherrscht und sich gut verkaufen kann, erfüllt schon zwei wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Berufsleben im heutigen Europa.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein primäres Ziel ist, die Firma Kenwood in Österreich so zu strukturieren, daß auch ich persönlich wieder ein halbwegs normales Privatleben führen kann. Dazu gehört nicht nur mehr Freizeit, sondern auch gesünder zu leben und wieder etwas mehr Sport zu betreiben.
Ihr Lebensmotto?
Du kannst deinem Leben nicht mehr Stunden geben, aber deinen Stunden mehr Leben.
Michael Frank

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Zitate aus Club-Carriere

Zitate überdauern Jahrhunderte, helfen über schwierige Momente hinweg, leiten den Weg, zaubern manchmal ein Lächeln auf unsere Gesichter und zwingen uns oft nachzudenken. Hier ein kleiner Auszug aus tausenden Interviews.

„Bewahre deine Eigenständigkeit, mache deine Musik, vielleicht kommt der Trend, der deine Musik gefragt sein lässt.“ (Udo Jürgens - siehe Bockelmann)
Prof. Udo Jürgens
Sänger, Komponist, Musiker
„Erfolg ist kontinuierliches Wachstum. Man ist nicht besser als andere, sondern einfach nur anders. Für das Wachstum eines Baumes mit 5 Blättern, der nach 7 Blättern strebt, ist der Baum nebenan mit 10.000 Blättern völlig unerheblich.“
Prof. Samy Molcho
Pantomime
„Erfolg hat nichts mit Geld, Ruhm oder Macht zu tun, sondern zeigt sich in der eigenen Lebensfreude.“
Franco D´Alonzo
Gastronom
„Erfolg ist für mich etwas höchst Verdächtiges, das von den wesentlichen Dingen und von der Menschlichkeit ablenkt.“
DDr. Günther Nenning
Journalist

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