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Margit Gutterding

Margit Gutterding
Bürgermeisterin
Stadtgemeinde Neunkirchen
2620 Neunkirchen, Hauptplatz 1
Disponentin
Exekutive
12/11/1947
Neunkirchen
Iris (1981)
Verwaltung
Frieda und Alfred
Wandern, Lesen, Diskutieren

Zur Karriere von Margit Gutterding


Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Nach der Matura an der Handelsakademie in Wiener Neustadt schaute ich mir die Programme aller politischen Parteien sehr genau an. Im Zuge der damals gerade blühenden 68er-Bewegung entschied ich mich für die Sozialdemokratie. Für junge Leute ist es aber nicht ganz einfach, sich aktiv in eine Partei einzubringen - meine Bereitschaft mitzumachen wurde zwar wohlwollend zur Kenntnis genommen, aber die Reaktionen blieben aus. Als Erkenntnis daraus wandte ich mich der sozialistischen Jugendbewegung zu. Dort fühlte ich mich gut aufgehoben, auch weil ich die Möglichkeit bekam, diverse Weiterbildungen und Seminare zu absolvieren. Dann wurde ich Bezirksvorsitzende der Jungen Generation, die in diesen Jahren in unserem Bereich wiederbelebt wurde. Ich vertrat immer meinen Standpunkt und meldete mich zu anstehenden Problemen stets zu Wort. Einerseits herrschte in der Jugend eine Aufbruchsstimmung, auf der anderen Seite war der Parteiapparat noch eine sehr geschlossene, traditionsverbundene Männergesellschaft. In diesem Umfeld hielt schließlich ich als eine der wenigen noch die Stellung und gab meine Meinung ab; andere Kollegen und Kolleginnen hatten Karriere gemacht oder resigniert. Auch bei der Frauenbewegung eckte ich hin und wieder an, weil man befand, daß ich manchmal zu scharf reagiere. Ich lehnte es immer ab, meine Karriere durch Vermittlung in der Partei nahestehender Firmen voranzutreiben. Nebenbei arbeitete ich in Wien in verschiedenen Unternehmen und wechselte schließlich in die Robert Bosch AG, wo ich bis zu meiner Pensionierung tätig war und hauptsächlich große Automobilhersteller in der Logistik betreute. Schon vor der Geburt meiner Tochter hatte ich meine politische Laufbahn etwas auf Eis gelegt, weil ich enttäuscht war und sah, daß eine Karriere in der Politik bis auf wenige Ausnahmefälle nur durch Anpassung möglich ist. Ich meldete mich in meiner bekannt offenen Art nur mehr bei Jahreshauptversammlungen zu Wort, sprach dort allerdings vielen Kollegen aus dem Herzen. 1990 schied die damalige Vizebürgermeisterin und Landtagsabgeordnete aus dem Gemeinderat Neunkirchen aus, und man holte mich neben einer zweiten Frau in den Gemeinderat. So stand ich auf der Nationalratsliste an zweiter Stelle nach Peter Marizzi, der damals sehr erfolgreich war. Im Jahr 1995 machte genannte zweite Dame Karriere als zuständige Stadträtin, und 2000 konnte schließlich auch keiner mehr an mir vorüber, und ich wurde zur Stadträtin gewählt - obwohl ich keine traditionelle Familie mit Ehemann, keine Lobby und kein Netzwerk hinter mir hatte. Nachdem ich bereits zwei Wahlkämpfe gemeinsam mit dem Spitzenkandidaten geprägt hatte, wurde ich nach der Wahl 2005 Vizebürgermeisterin von Neunkirchen. Durch den überraschenden Tod des Bürgermeisters Herbert Kautz, mit dem ich sehr gut auskam und eine solide Gesprächsbasis hatte, gab es keine Diskussion, daß ich per Januar 2006 seine Nachfolge antrete. Man hatte ja gesehen, zu welchen Leistungen ich imstande bin.

Zum Erfolg von Margit Gutterding


Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg hat für mich nichts mit Geld, sondern vielmehr mit Anerkennung und Selbstwertgefühl zu tun. Außerdem möchte ich nicht nur Ideen einbringen, sondern aufgrund meiner Position auch tatsächliche Entscheidungen treffen - das gehört für mich ganz wesentlich zum Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich komme aus einer einfachen Arbeiterfamilie und habe keine tief verwurzelten politischen familiären Traditionen. Trotzdem habe ich es geschafft, heute als Frau einer Gemeinde mit 13.000 Einwohnern als Bürgermeisterin vorzustehen. Das sehe ich durchaus als Erfolg.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
In den Anfangsjahren meiner politischen Tätigkeit in der Sozialistischen Jugend fiel es mir immer schwer, meine eigene Arbeitsleistung gut zu verkaufen. Inzwischen lernte ich, daß dies aber ebenfalls ein wichtiger Bestandteil ist. Das Amt als Bürgermeisterin macht mir sehr großen Spaß. Ich kann allen Frauen über 50 nur raten, in die Politik zu gehen - so umschwärmt werden Sie nie mehr, falls Sie erfolgreich sind. Der richtige Umgang mit Menschen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, nicht nur in der Politik. Ich absolvierte bei Bosch sehr viele Seminare, die immer zum Ergebnis hatten, daß ich über hohe Führungskompetenz verfüge, und daß mir die Menschen ihr Vertrauen entgegenbringen. Ich halte es auch für wichtig, nicht alles tierisch ernst zu nehmen und nicht verbissen an seiner Karriere zu arbeiten. Verbissenheit führt nicht zum Erfolg.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ich hatte nie einen persönlichen Mentor, aber die frühere Frauenministerin Johanna Dohnal beeindruckte mich schon, weil sie für die Frauen unglaublich viel getan hat.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Als ich zur Bürgermeisterin ernannt wurde, kamen wahnsinnig viele Frauen zu mir, die mir einfach gratulierten und es toll fanden, daß nun eine Frau ihre Anliegen vertritt. Das war eine schöne Anerkennung und Ermutigung. Die positiven Reaktionen der Männer ließen ein bißchen auf sich warten, sind aber inzwischen ebenso vorhanden.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich traue meinen Mitarbeitern sehr viel zu, sie können sich mehr als früher persönlich einbringen. Das wird sicherlich geschätzt.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Eine traditionelle Familie und Ehegemeinschaft war nie mein Ziel, da ich nicht gewohnt bin, in einer Partnerschaft Kompromisse einzugehen. Meine Tochter ist inzwischen 25 Jahre alt, und ich bringe mein Bürgermeisteramt und das Privatleben ganz gut unter einen Hut.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Falls jemand unter Erfolg versteht, auch an der Spitze zu stehen, muß man rechtzeitig beginnen, ein Netzwerk aufzubauen, seine Fähigkeiten bewußt hervorzustreichen und sehr viel präsent zu sein. Speziell in der Politik genügt es nicht, gut zu sein, man muß sich und seine Leistungen auch präsentieren und verkaufen können.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte mein Amt in den nächsten Jahren so ausüben können, wie ich es mir vorstelle. Um eine gute Absicherung zu erreichen, ist es mein Ziel, bei der nächsten Wahl mindestens vier Prozent zuzulegen. Fähigen Mitarbeitern möchte ich die Möglichkeit geben, sich zu entfalten und eines Tages selbst an die Spitze zu gelangen. Wenn ich eines Tages nicht mehr Bürgermeisterin bin, hoffe ich, daß mir die Menschen genauso freundlich und wohlwollend gegenübertreten wie bisher.
Ihr Lebensmotto?
Ich mache etwas lieber selbst, bevor es jemand anderer nicht so macht, wie ich es mir vorstelle.
Margit Gutterding
Diverse ortsansässige Vereine.

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Zitate aus Club-Carriere

Zitate überdauern Jahrhunderte, helfen über schwierige Momente hinweg, leiten den Weg, zaubern manchmal ein Lächeln auf unsere Gesichter und zwingen uns oft nachzudenken. Hier ein kleiner Auszug aus tausenden Interviews.

„Bewahre deine Eigenständigkeit, mache deine Musik, vielleicht kommt der Trend, der deine Musik gefragt sein lässt.“ (Udo Jürgens - siehe Bockelmann)
Prof. Udo Jürgens
Sänger, Komponist, Musiker
„Erfolg ist kontinuierliches Wachstum. Man ist nicht besser als andere, sondern einfach nur anders. Für das Wachstum eines Baumes mit 5 Blättern, der nach 7 Blättern strebt, ist der Baum nebenan mit 10.000 Blättern völlig unerheblich.“
Prof. Samy Molcho
Pantomime
„Erfolg hat nichts mit Geld, Ruhm oder Macht zu tun, sondern zeigt sich in der eigenen Lebensfreude.“
Franco D´Alonzo
Gastronom
„Erfolg ist für mich etwas höchst Verdächtiges, das von den wesentlichen Dingen und von der Menschlichkeit ablenkt.“
DDr. Günther Nenning
Journalist

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