Über Club-Carriere

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Die derzeit über 110.000 Besucher pro Monat sorgen zudem dafür, dass die Persönlichkeiten, deren Interviews veröffentlicht wurden, einen massiven PR-Nutzen genießen.


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Josef Bartl

Josef Bartl
Inhaber
Café-Konditorei Josef Bartl
3462 Absdorf, Kremser Straße 13
Konditor
Kaffee u. Kuchen, Eissalons
1
04/11/1948
Hippersdorf
Michaela (1979) und Birgit (1982)
Gastgewerbe
Sommer-Kantine im Freibad Absdorf

Zur Karriere von Josef Bartl


Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Ich beendete meine Konditorlehre bei der Firma Stöger in Zeiselmauer im Jahr 1966. Vor dem Wehrdienst arbeitete ich auf Saison in Zell am See. Nach einer zweiten Saison bei Mooshammer in Zell am See holte mich mein Lehrherr wieder zurück. Ab 1969 arbeitete ich in der Konditorei Baumeister in Klosterneuburg und besuchte die dreijährige Meisterschule am WIFI in Wien. Genau sechs Jahre nach meinem Lehrabschluß legte ich im November 1972 die Meisterprüfung ab. Zwischen 1973 und 1974 arbeitete ich als Chefpatissier im Grand Hotel Gasteinerhof in Bad Gastein sowie eine Sommersaison lang in St. Gilgen in der Konditorei Dallmann. Von dort wurde ich im November 1974 als Chefpatissier nach St. Anton in das Hotel Post gerufen, wo ich bis März 1976 tätig war. In Liezen sollte ich sodann als Geschäftsführer die Konditorei der Firma Pikowetz übernehmen, verschiedene Managementfehler führten jedoch bald zum Konkurs. Einerseits wurde der Betrieb zu groß angefangen, nach den ersten Erfolgen wurde immer gleich erweitert. Andererseits achtete man nicht auf den richtigen Kundenkreis, denn nach ein paar Polizeieinsätzen ist ein Lokal schnell in Verruf. 1978 mietete ich ein freistehendes Objekt in Absdorf und eröffnete eine Konditorei. Ich hatte den lokalen Bedarf an Mehlspeisen wohl überschätzt. Um den Betrieb rentabel zu gestalten, mußte ich im Oktober 1978 die Konzessionsprüfung für ein Kaffeehaus ablegen. Dadurch konnte ich die Sperrstunde bis vier Uhr früh ausdehnen. Zwei Jahre später eröffnete ich eine Filiale in der Lerchenfelderstraße in Wien, wo es damals noch gute Kunden für Mehlspeisen gab. Ich hatte im gleichen Jahr geheiratet, nach der Scheidung 1987 übernahm meine Ex-Gattin das Geschäft und wird von mir bis heute beliefert. 1990 übersiedelten die Töchter zu mir, und die jüngere absolvierte bei mir die Lehrzeit. Mit Rücksicht auf meine Familie waren keine großen Erweiterungsschritte möglich, aber es gelang mir durch schrittweise Expansion, das Mietobjekt 1995 anzukaufen. Der Ausbau des Gebäudes erfolgte dann im Jahr 2000. Neben der Café-Konditorei, in der sowohl Computerspiele als auch Pizzaschnitten angeboten werden, betreibe ich im Sommer die Kantine im Freibad und vertreibe Eis aus eigener Erzeugung sowie kleine Imbisse.

Zum Erfolg von Josef Bartl


Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Als bodenständiger Mensch bedeutet Erfolg für mich, nach meinen Lehr- und Wanderjahren in meiner Heimat ein eigenes Unternehmen zu führen und selbstbestimmt arbeiten zu können.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Teilweise schon. Ich wollte immer selbst etwas erreichen, nicht in einen bestehenden Betrieb einheiraten oder immer Angestellter bleiben. Als dritter Sohn eines Landwirts ergriff ich als Patissier einen völlig ungewöhnlichen Beruf und machte mich nach einigen Jahren der fremdbestimmten Berufsausübung in der Nähe meines Geburtsortes selbständig. Allerdings ist dies in einer Heurigengegend keine wirklich gewinnbringende Branche, und ich kann mich nicht meiner Lieblingsbeschäftigung, der Mehlspeisenerzeugung, widmen, sondern muß auf den Bedarf der örtlichen Bevölkerung eingehen. Daher biete ich heute im Rahmen eines Kaffeehausbetriebes sogar Pizzaschnitten an.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Harte Arbeit, Kreativität und Flexibilität in der Anpassung an Umstände und Wünsche der Kunden. Ich ging keine extremen Risiken ein, sondern baute das Unternehmen in kleinen Schritten auf.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Indem ich mir immer wieder neue Lösungsansätze einfallen lasse und die Mitarbeiterzahl je nach Wirtschaftslage erhöhe oder verringere. Im Sommer beschäftige ich einen Saisonarbeiter in der Kantine des Freibads, derzeit beschäftige ich nur einen Lehrling in der Produktion, begonnen habe ich damals mit zwei.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ab 1980 mit der Eröffnung meiner Filiale in Wien, die heute von meiner geschiedenen Gattin betrieben wird und die ich noch immer beliefere. Erfolgreich fühlte ich mich auch mit dem Erwerb des bis dahin gemieteten Hauses im Juni 1995.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Mit jeder Neuorientierung meines Lebens.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Besonders als Patissier muß man kreativ sein, immer wieder neue Variationen und Dekorationen erfinden, den Kundenwünschen und Trends entgegenkommen und Produkte verändern. Man kann sich höchstens Ideen holen, aber niemanden imitieren.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Geprägt hat mich mein Lehrherr in Zeiselmauer, bei dem ich sehr hart arbeiten mußte und wegen der Verletzungsgefahr nicht einmal in meiner Freizeit Sport betreiben durfte. Das war zwar eine schwierige Zeit, aber ich habe Selbstdisziplin und Verzicht gelernt, die als Unternehmer besonders wichtig sind.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Es ist sehr schwierig, sich in einem Weinbaugebiet als Gastronom und Konditor zu behaupten und damit zu bestehen. Dank meines Einfallsreichtums sowie der Übernahme der Freibadkantine und der Eiserzeugung habe ich es jedoch geschafft.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Patisserie als Lehrberuf ist fast eine Mädchendomäne, in der Praxis bleiben aber die Männer eher im Beruf.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Es hat lange gedauert, aber heute bin ich als Gastronom in meiner Gemeinde anerkannt.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Eine sehr untergeordnete, ich führe faktisch einen Ein-Mann-Betrieb mit Hilfskräften im Verkauf und Lehrlingen in der Produktion.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich versuche, während der Schnupperlehrtage und der dreimonatigen Probezeit die Eignung eines Lehrlings, die Verläßlichkeit und Liebe zum Beruf zu testen. Arbeitswille, Selbstdisziplin und Genauigkeit kann man vielleicht feststellen, aber das Gefühl und die Intelligenz, die man zur Feinabstimmung braucht und die erst mit der Arbeit mitwachsen, sind schwer abzuschätzen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Indem ich sie möglichst selbständig arbeiten lasse.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Als Konditor habe ich im weiteren Umfeld keine professionelle Konkurrenz außer den Fertigprodukten im Supermarkt und den Eigenerzeugnissen der Hausfrauen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Beruf und Privatleben gehören zusammen, auch die Lehrlinge werden wie Familienmitglieder behandelt. Meine Mutter half bei Bedarf, meine Tochter lernte im Betrieb, und meine geschiedene Gattin führt heute die Wiener Filiale als eigenen Betrieb. Ich habe immer auf die Familie Rücksicht genommen.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Wesentlich ist die Konzentration auf die Arbeit, viele schauen zwar zu, sehen aber nichts. Außerdem sollte man immer ein zweites Standbein haben, beispielsweise Bäckerei, Konditorei oder Gastgewerbe. Nur Mehlspeisen alleine sind nicht mehr zugkräftig genug.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Derzeit habe ich keine besonderen Ziele, weil kein Nachfolger in Sicht ist. Meine Töchter helfen gelegentlich aus, beide haben entsprechende Berufe gelernt, aber eine arbeitet im Betrieb ihres Mannes, die andere in Wien in der Telekommunikationsbranche. Ich glaube nicht sehr daran, daß sie diesen Betrieb einmal übernehmen werden.
Ihr Lebensmotto?
Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein.
Josef Bartl
Würdigung für Plattenschau, Bad Gastein 1976

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Zitate aus Club-Carriere

Zitate überdauern Jahrhunderte, helfen über schwierige Momente hinweg, leiten den Weg, zaubern manchmal ein Lächeln auf unsere Gesichter und zwingen uns oft nachzudenken. Hier ein kleiner Auszug aus tausenden Interviews.

„Bewahre deine Eigenständigkeit, mache deine Musik, vielleicht kommt der Trend, der deine Musik gefragt sein lässt.“ (Udo Jürgens - siehe Bockelmann)
Prof. Udo Jürgens
Sänger, Komponist, Musiker
„Erfolg ist kontinuierliches Wachstum. Man ist nicht besser als andere, sondern einfach nur anders. Für das Wachstum eines Baumes mit 5 Blättern, der nach 7 Blättern strebt, ist der Baum nebenan mit 10.000 Blättern völlig unerheblich.“
Prof. Samy Molcho
Pantomime
„Erfolg hat nichts mit Geld, Ruhm oder Macht zu tun, sondern zeigt sich in der eigenen Lebensfreude.“
Franco D´Alonzo
Gastronom
„Erfolg ist für mich etwas höchst Verdächtiges, das von den wesentlichen Dingen und von der Menschlichkeit ablenkt.“
DDr. Günther Nenning
Journalist

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